Georg Hertle beim 24h-Rennen in Kelheim

Allgemeines zum Rennen:

 

Das älteste deutsche 24h-Rennen findet seit 1977 in Kelheim statt: auf einem Rundkurs über 16,5 km fuhren dieses Jahr wieder knapp 1200 Teilnehmer zwischen dem 11.07. und 12.07. Der Anspruch liegt vor allem für die Einzelstarter darin, die Konzentration aufrecht zu erhalten, die in den signifikanten Kurven, auf den Bodenbelägen (Kopfsteinpflaster in der Stadt) und in den wechselnden Gruppendynamiken über die ganze Rennlänge verlangt wird. Die Strecke führt zunächst vom Start in Richtung Befreiungshalle, wobei im zweiten Anstieg, am sogenannten „Col de Stausacker“, jede Runde die entscheidenden Gruppenpositionierungen fallen, die nötig sind, um in der anschließenden Abfahrt und Ebene den Rundenschnitt zu halten. Nachdem für den SV Marienstein in den letzten beiden Jahren ausschließlich Staffeln an den Start gegangen waren, trat dieses Mal mit Georg Hertle ein Einzelstarter in der Kategorie „Einzelstarter Männer“ (84 Teilnehmer) an. Er kennt das Rennen und die Strecke aus Teilnehmerperspektive und ist durch seine Teilnahme als Einzelstarter an der letztjährigen Race Around Austria Challenge (560km 6400hm) mit den grundsätzlichen Abläufen und körperlichen Anforderungen eines Langstreckenrennens vertraut. Die Herausforderung besteht dabei einerseits im Körperlichen, relativ hohe Werte über eine lange Zeit zu liefern und andererseits im Psychischen: Konzentration, Rennfokus und letztendlich auch der Umgang mit dem Schlafentzug. Schnell ist, wer kontinuierlich fährt. Knapp 22 Stunden der absolvierten 23:31 verbrachte er fahrend. Das entspricht einer durchschnittlichen Ruhezeit von knapp 4 min pro Stunde. Die Zeit wurde vor allem für Abkühlung, mentale Betreuung und Massage von Triggerpunkten durch das Betreuungsteam genutzt. Das Team vor Ort bestand aus insgesamt neun Personen, die das Rennen zum Teil auch schon kannten. Sie versorgten mit Flüssignahrung, Salztabletten, guter Laune und Kühlung.

 

Rennverlauf:

 

Nach den ersten schnellen Runden (37km/h und 35 km/h) beruhigte sich das Rennen und die Gruppen ordneten sich. Gerade die Hitze sorgte für erste Ausfälle und zwang dazu, auf den Ausgleich von Nahrung und Energieausgabe zu achten. Das erste sog. Loch konnte durch eine kurze Stehpause gegen Mitternacht überwunden werden. Jetzt unterscheiden sich die Taktiken der Einzelstarter: während viele die ein oder andere Nachtstunde für eine kurze Regeneration nutzen, fahre ich weiter und versuche durch Kontinuität und effizientes Fahren (Rad ist sehr aero!) den Schnitt aufrecht zu erhalten. Bei der Halbzeit um 2:00 Uhr bin ich dann tatsächlich auch gut über dem Marschplan (Fokus auf den 36 Runden). Die 600 km-Marke (Sekundärziel) lässt sich ebenfalls noch mit einem guten Puffer (40 km über dem erforderlichen Schnitt) erreichen. Mental schiebe ich mich von Schicht zu Schicht: der Plan ist es, pro 4h 100km zu absolvieren – dann wechseln sich auch die Betreuer am Rand ab. Verschiedene Problematiken und Ausfallerscheinungen verlängern die ein oder andere Rundenzeit, aber der Schnitt bleibt dennoch relativ stabil und der Vorsprung auf die 600km-Marke steigt weiter.

 

In den letzten 4 Stunden des Rennens dann der Blick auf die Tabelle: zu dieser Zeit Platz 11. Entscheidung daher, kontinuierlich weiterzufahren und die Pausen dafür zu verkürzen. Das bringt den Vorteil gegenüber drei weiteren Mitfahrern, die im Ranking überholt werden. Die 39. Runde endet nach 23:31h, sodass der Beginn einer weiteren Runde aus Rennsicht nicht sinnvoll gewesen wäre.

 

Ergebnis

 

In den knapp 22h Fahrtzeit wurden 636km und 8000hm bewältigt mit einem Schnitt von gut 29km/h, Stehzeit bei circa 90 min, Ranking: 8 von 84

 

Fazit

 

Jetzt wird ausgeruht!

 

Ein wahnsinnig großer Dank an alle, die mich vor Ort unterstützt haben:

 

  • Fahrservice (Anian Lengenfelder)

  • Leihgabe Hänger (Leo Greisel)

  • Team vor Ort

    • Franz und Barbara Hertle (Eltern)

    • Urs und Dani Baumann (SV Marienstein)

    • Nachwuchs (SV Marienstein)

      • Raphael Kinateder

      • Johannes Roppelt

      • Enrico Haas

      • Florian Drewa

      • Dominik Janitzek (Fahrer, Transport, Motivator, Massage, …)

 

 

Johannes Schleißheimer
Verfasser:
Johannes Schleißheimer
Datum:
Montag, 20. Juli 2026 um 17:05
Kategorien:
Triathlon, Radsport