SV Marienstein
Navigation
Suche
Zwanzig Minuten nach Abpfiff des Relegationsspiels zwischen dem SV Marienstein und dem TSV Meckenhausen gab es plötzlich besorgte Gesichter im Lager des SVM. Im Anschluss an das Aufstiegsfoto mit dem mitgereisten Anhang endete die geplante Bierdusche für SVM-Trainer Philipp Ersfeld mit einer kleinen Platzwunde. Diese unterbrach die Mariensteiner Jubelstürme zum Abschluss eines aus Mariensteiner Sicht traumhaften Fußballabends natürlich nur kurzfristig. Ersfeld, der sein Engagement beim SVM beendet, krönte seine zweijährige Amtszeit mit dem vierten Bezirksligaaufstieg der Vereinsgeschichte: „Es war einfach ein unfassbares Erlebnis zum Abschluss. Ich bin unglaublich stolz auf meine Mannschaft. Jeder war über 90 Minuten für den anderen da. Die Defensive hat uns in den entscheidenden Situationen gerettet und in der Offensive haben wir eiskalt zugeschlagen.“ In der Tat war der 2:0-Erfolg über den TSV Meckenhausen eine beeindruckende Kollektivleistung. Die Defensive um die Lindermeier-Brüder in der Innenverteidigung entschärfte nicht nur die gefährlichen Meckenhausener Standardsituationen konsequent. Zudem zeigte Torhüter Gabriel Rehm zwei Paraden, die in der Kreisliga Seltenheitswert haben. „Wir haben heute einen enormen Kampfgeist an den Tag gelegt, wodurch wir auch verdient als Sieger vom Platz gegangen sind. Besonders freut es uns natürlich für unseren Trainer, den wir jetzt mit dem Aufstieg verabschieden können. Über die komplette Saison waren wir eine gute Einheit, was uns nicht zu Unrecht den zweiten Platz und schließlich den Aufstieg gesichert hat“, freute sich Kapitän Rehm, der sich Mitte der zweiten Halbzeit bei einem Pressschlag verletzte, auf die Zähne biss und seinen Kasten sauber hielt.
Von Beginn an traten die Vorstädter, die durch das Freilos in der ersten Runde mit frischen Beinen und in Bestbesetzung aufliefen, selbstbewusst auf. Nach ausgeglichenen Anfangsminuten überschlugen sich die Ereignisse in der zehnten Minute. Ein langer Ball aus der TSV-Hälfte rutschte durch und Julian Stritzke wurde im letzten Moment gestört. Den Nachschuss durch Jonas Ulrich parierte Rehm per Glanztat. Im Gegenzug ging der SVM dann in Führung. Laurenz Heindl setzte sich auf der linken Grundlinie energisch gegen seinen Gegenspieler durch, zog gen Tor und war per Abschluss aus spitzem Winkel in das rechte Toreck erfolgreich. In der Folge versuchten beide Seiten Sicherheit in ihr Spiel zu bringen. Eine der wenigen Unsicherheiten in der SVM-Defensive brachte in der 35. Minute Maximilian Bittner in Schussposition, doch sein Abschluss aus 20 Metern wurde geblockt. Auf der Gegenseite verursachte ein Heindl-Abschluss aus 30 Metern leichte Probleme bei TSV-Torwart Jan Geitner. Kur vor dem Pausenpfiff klärte Maximilian Lindermeier eine gefährliche Hereingabe von Bittner von der linken Seite im letzten Moment. Dann war Halbzeit im Fritz-Gutmann-Sportpark.
Die DJK Limes erwies sich als hervorragender Ausrichter des Relegationsspiels und dürfte den vierten Mariensteiner Bezirksligaaufstieg der Vereinsgeschichte durchaus mit Wohlwollen verfolgt haben. Vor Saisonbeginn war die DJK in die Ost-Staffel eingruppiert worden und man musste auf die Lokalduelle verzichten. Diesen steht durch den Aufstieg beider Mannschaften nun nichts mehr im Wege: Nur eben eine Etage höher. Der zweite Durchgang begann ganz nach dem Geschmack der Blau-Weißen und Heindl avancierte zum Matchwinner. „Es hat heute einfach sehr viel Spaß gemacht, auf dem Platz zu stehen. Wir haben einfach über die gesamte Spielzeit als Einheit zusammengehalten“, stellte dieser nach Schlusspfiff die Teamleistung ins Zentrum. Nach einem TSV-Fehlpass im Mittelfeld spielte Hannes Weidinger einen perfekt getimten Steilpass auf den startenden Heindl und dieser blieb vor Geitner eiskalt. Nach in der Folge hektischen Minuten konnte der SVM das Geschehen wieder beruhigen, ehe ab der 70. Minute der Druck auf das SVM-Tor zunahm. Nach einem abgewehrten Eckball kam Felix Geitner aus acht Metern aus der Drehung zum Abschluss und Rehm fischte diesen sehenswert aus dem linken Eck. Und auch wenig später konnte sich das Team auf seinen Kapitän verlassen, als er einen kraftvollen Schuss des eingewechselten Jonas Hofbeck über die Latte lenkte. Eine Kombination der eingewechselten Anton Mayer, Oliver Reichenberger und Maximilian Becker, der genau auf Geitner zielte, sorgte für nun seltene Entlastung für den SVM. In den Schlussminuten flog Flanke um Flanke in Richtung SVM-Tor, doch diese konnten den Erfolg nicht mehr ernsthaft gefährden. Stefan Hamperl bekam nicht genug Druck hinter seinen Kopfball und ein weiterer Kopfball von Philipp Miehling war sichere Beute für Rehm. Kurz darauf pfiff der Unparteiische Kai Hoffmann das Spiel ab und die blau-weißen Feierlichkeiten auf dem Mantlacher Berg nahmen ihren Lauf.
Liveblog zum Nachlesen:
https://www.donaukurier.de/lokales/ingolstadt/liveblog-fussball-relegation-im-raum-ingolstadt-und-den-angrenzenden-fussballkreisen-21138418