90 RadlerInnen trotzen dem Wetter beim Giro di Duggi
Trotz schlechtem Wetters konnte der SV Marienstein beim diesjährigen Giro di Duggi am Sonntag den 11.10.2026 wieder 90 Radler zum Sport aktivieren und der zu früh verstorbenen Athleten Katharina Wittmann (geborene Bacherle), Phillip Eder, Markus Pflüger und Wolfgang (Duggi) Gutknecht zu gedenken. Dabei wurden fast 1400 Euro an Spenden für den Sozialfond "Nachbar in Not" gesammelt.
Wie in den vergangenen Jahren waren manche Teilnehmer bereits kurz vor 13:00 Uhr am Start erschienen. Nach vielen Jahre in denen die Verantalter Glück mit dem Wetter hatten, war ihnen diesmal der Wettergott nicht ganz hold. Bis kurz vor 13 Uhr hatte es noch geregnet und auch danach war der Wind frisch und es zuweilen kalt. Selbst auf der Strecke wurden manche nass. Trotzdem kamen Unverfrorene in kurzer Hose an Start. Obwohl dieser deswegen diesmal sehnlicher erwartet wude als sonst, wurde die Zeit zum Gegenseitigem Austausch rege genutzt. Am Vortag fand schließlich der Ironman Hawai statt und viele hatten bis in die frühen Morgenstunden das spannende Geschehen dort im Stream angeschaut.
Neben den vielen Breitensporlern und hobbymäßigen Leistungssportlern waren auch Radprofi Ricarda Bauernfeind von Lidl-Trek Team und Exprofi Anna Knauer unter den FahrerInnen. Auch Sepp Vogel, der lange Zeit die Geschicke der Triathlonabteilung des SV Marienstein und auch des Giros positiv prägte liess sich ein Erscheinen beim Start trotz Krücken nicht nehmen. Er hatte vor Kurzem erst eine neue Hüfte bekommen und war gerade aus der Reha zurück. Bereits am Vortag war er als Walker beim Willibaldslauf gewesen und konnte sich den Start des Giro nicht entgehen lassen.
Auch von fast allen Familien der verstorbenen waren Mitglieder beim Start anwesend. Die Triathleten des SVM hoffen, dass die Veranstaltung und auch der Austausch untereinander Ihnen etwas Trost spenden kann. In diesem Sinne wurde kurz vor 14:00 Uhr einige kurze Reden gehalten. Unter anderem rückte Bernd Uwe Gutknecht die Relationen etwas zurecht: Beim Ironman am Vortag war in der Berichterstattung immer von dramatischen Ereignissen die Rede gewesen. Das seien aber Profisportler, für die ein Rennen nicht ins Ziel bringen sicher nicht schön ist. Das Wort dramatisch verbietet sich hier aber eigentlich. Dramatisch ist, wenn Menschen zu früh aus dem Leben gerissen werden und die Angehörigen damit klar kommen müssen. Nach einer Vorstellung von Nachbar in Not und einer Gedenkminute wurden die Sportler dann auf die von Ihnen gewählten Strecken geschickt.
Die 90 Sportler spendeten insgesamt 1373 Euro für den Sozialfond "Nachbar in Not". Dieser war vor 20 Jahren am Willibald-Gymnasium mit einem Spendenlauf gestartet worden und die Vertreter freuten sich, dass der Giro eine Art Revival dessen ist. Über 50% der Hilfen gehen in Familien und Alleinerziehende. Dabei ist eine Zunahme im Bereich Bildung auffällig. Dies kann die Erstausstattung eines Schulkindes, Lehr- und Arbeitsmaterial bei der Berufsausbildung, Unterstützung bei Klassenfahrten oder die Übernahme von Fahrtkosten sein. Ein weiterer großer Bereich sind die Ausgaben, die der Sicherung des täglichen Lebensunterhalts dienen: Überwindung einer Stromsperre, Mietschulden, Kleidung.
Mehr Bilder von Leo Beyer @leo_b3yer findet man auf https://drive.google.com/drive/folders/1HRjZrMlqQbvgP_Ww9prH40GtJ5faTLId